Was ist Homophobie und was musst du darüber wissen?

Leider ist Homophobie noch immer tief in den Köpfen vieler Menschen verankert.


Definition:

Homophobie bezeichnet im alltäglichen Gebrauch eine abgeneigte oder feindselige Einstellung gegenüber Menschen, die gleichgeschlechtlich Lieben oder in gleichgeschlechtlichen Partner*innenschaften leben. Einer homophoben Einstellung nach sollten alle Menschen heterosexuell sein und leben. Menschen, die das nicht tun, werden häufig herabgesetzt, verhöhnt oder anders diskriminiert. Ein genauerer Blick auf diesen Begriff zeigt noch mehr: Der Begriff der Homophobie ist eine Zusammensetzung der altgriechischen Begriffe Homo von „homós („gleich“) und Phobie, von „phóbos (Angst, Furcht, Schrecken). Homophobie bedeutet also in diesem Kontext frei übersetzt Furcht oder Angst vor gleichgeschlechtlich Liebenden. So gesprochen impliziert das Wort, das es normal sei, Angst vor homosexuellen Menschen zu haben. Diese Argumentation naturalisiert Abneigung und Feindseligkeit, anstatt sie als soziales Konstrukt freizulegen. Statt einer natürlichen menschlichen Abneigung spießt sich Homophobie vielmehr aus strukturellen Machtverhältnissen, die teilweise soziokulturell gewachsen sind und somit auch im System verankert sind.


Mögliche Ursachen:

Eine Ursache für homophobes Verhalten ist sicher die Tatsache, dass schwule Männer das immer noch gängige patriarchale Männerbild unserer Gesellschaft infrage stellen. Sie ergänzen das traditionelle Männerbild (Rivalität, Stärke, Durchsetzung, Vernachlässigung der emotionalen Anteile) durch die Dimension der Nähe, der Zärtlichkeit und Erotik. Sie sind nicht die eine Frau als Objekt begehrenden Subjekte, sondern sind beides in einem: begehrendes Subjekt und begehrtes Objekt. Dies kann heterosexuelle Frauen und Männer in ihrem Selbstverständnis verunsichern. Um dieser Unsicherheit zu entgehen, reagieren viele von ihnen homophob.

Zwei Frauen oder zwei Männer, die in einer gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaft leben, müssen ihre Rollen, ihre Macht- und Aufgabenverteilung individuell, partnerschaftlich gestalten und können diese nicht einfach am Geschlecht festmachen. Daher stellen lesbische und schwule Beziehungen die patriarchale Geschlechterordnung in Frage.

Weitere Ursache von Homophobie/Heterosexismus kann die Angst heterosexueller Männer vor dem Verlust ihrer Macht sein.


Was tun gegen Homophobie und Heterosexismus?

Man kann Homophobie bekämpfen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Als sinnvoll hat sich Information und Aufklärung erwiesen. Heterosexuelle Menschen und Fachleute in psychosozialen, staatlichen und kirchlichen Organisationen sollten über Lesben und Schwule sowie über deren Lebensformen informiert und zur Auseinandersetzung damit angeregt werden. Weiters müssen die Hintergründe der Homophobie analysiert und transparent gemacht werden. Das bedeutet immer auch, traditionelle patriarchale Strukturen zu hinterfragen und Respekt und Akzeptanz gegenüber anders empfindenden Menschen zu stärken. Ein besonders guter Weg, dies zu erreichen, ist das Ermöglichen persönlicher Begegnungen, zum Beispiel in berufsspezifischen Weiterbildungsveranstaltungen.


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